Was heisst 2000-Watt-Gesellschaft

Die Baugenossenschaft Zurlinden legt Wert darauf, bei Neubauprojekten hinsichtlich einer nachhaltigen Entwicklung im Wohnungsbau ein Zeichen zu setzen. Sie orientiert sich dabei an dem Ziel «2000-Watt-Gesellschaft».

Die 2000-Watt-Gesellschaft

Bis ins Jahr 2050 kann sich der Anteil an fossilen Energien von heute 3000 Watt auf 1500 Watt pro Person halbieren. Ein CO2-Ausstoss von einer Tonne pro Kopf der Bevölkerung und Jahr gilt auch für die Schweiz als langfristiges Ziel. Diese Limite entspricht einem Verbrauch an fossilen Energien von etwa 500 Watt. Verringert sich der Bedarf an fossilen Energien im Rhythmus der 2000-Watt-Vision, kann das ambitiöse CO2-Ziel in der zweiten Hälfte dieses Jahrhunderts oder spätestens im Laufe des nächsten Jahrhunderts erreicht werden.
 

Grafik: von 6000 Watt nach 2000 Watt in den nächsten 30 Jahren

Das Bauen und Betreiben von Wohnungen beansprucht die Hälfte des gesamten Energieverbrauchs und ist auch für die Hälfte der klimarelevanten Treibhausgasemissionen in der Schweiz verantwortlich.

Mit dem «SIA-Effizienzpfad Energie» wurde ein Instrument entwickelt, mit dessen Hilfe sich die Ziele der «2000-Watt-Gesellschaft» im Gebäudebereich umsetzen lassen. Zentral ist dabei eine gesamtheitliche Sicht: Neben der klassischen Betriebsenergie werden auch die Erstellungsenergie (Graue Energie) und die durch den Standort induzierte Mobilität beachtet.

Erstellung

Um ein Gebäude bauen zu können, müssen zuvor Rohstoffe abgebaut, Baustoffe produziert und transportiert werden. Diese gesamte aufgerechnete Graue Energie und die dabei emittierten Treibhausgase sind zu reduzieren. Die BGZ baut deshalb kompakte einfache Baukörper und verwendet wo möglich den erneuerbaren Baustoff Holz. Aufgrund dieser Erkenntnis entwickelte die Baugenossenschaft Zurlinden das Wandsystem «Top Wall».

Mobilität

Steht ein Gebäude an einem gut erschlossenen Standort, brauchen dessen Bewohnerinnen und Bewohner wenig Mobilitätsenergie. Um den Gebrauch von Velos und des öffentlichen Verkehrs zu fördern und den privaten Autogebrauch etwas zu verringern, geht die Baugenossenschaft Zurlinden beim Sihlbogen neue Wege: Ein ZVV-Abonnement ist im Mietpreis inbegriffen.

Raumklima

Wertvolle Energie kann auch durch neu entwickelte Lüftungssysteme eingespart werden. Die Baugenossenschaft Zurlinden unterstützt die Forschung von solchen Systemen, um bei Neu- und Umbauten die energieeffizienteste Lösung einsetzen zu können.

Die Grafik spiegelt den jährlichen Energieverbrauch (2015) der einzelnen Siedlungen der BG Zurlinden im Vergleich zu Schweizer Standards wider. Nicht nur bei unseren Neubauten (2000-Watt), sondern ganz allgemein, liegt deren Energieverbrauch unter dem schweizerischen Durchschnitt.