AM ANFANG STAND

1923, mitten in der Weltwirtschaftskrise, begleitet von einer Hyperinflation in Europa als Folge der Nachwehen des Ersten Weltkrieges, haben innovative Unternehmer unsere Baugenossenschaft gegründet. Unsere Gründer haben erkannt, dass eine Krise auch immer eine Chance ist. Erst die geniale Idee, das Eigenkapital über Stehbeträge der Handwerker zu generieren, ermöglichte es überhaupt zu bauen. Das Grundstück für die erste Siedlung an der Zurlindenstrasse beim Albisriederplatz konnte von der Bodenkreditanstalt Zürich erworben werden. So entstand der Name Baugenossenschaft Zurlinden. Der Wohnungsbestand wächst innert 90 Jahren kontinuierlich auf 1462 heran.

Entstanden sind dezentrale Einzelraumlüftungen und Küchen aus Birkensperrholz in Einzelteilen sowie das von unserem Holzpapst Hermann Blumer entwickelte Holzwandsystem TopWall und die Holz-Beton-Verbunddecke X-Floor. Ohne unsere beiden Päpste, welche übrigens beide aus dem Appenzell stammen, hätten wir nicht das erste 7-geschossige Mehrfamilienhaus aus Holz an der Badenerstrasse nach den Vorgaben der 2000-Watt-Gesellschaft erstellen können. Ihnen gebührt ein spezieller Dank. Sie haben unsere Genossen-schaft nachhaltig geprägt und gleichzeitig den Grundstein für die Zukunft gelegt. Bauen nach den Vorgaben der 2000-Watt-Gesellschaft ist sehr spannend. Mit dem Aufspüren von grauer Energie können wir bereits in einer sehr frühen Projektphase irgendwo versteckt schlummernde Kosten erkennen, denn Energie kostet. Unser Ziel ist es, die weiteren Projekte auf demselben Nachhaltigkeitslevel wie heute zu erstellen, jedoch zu Kosten von konventionell erstellten Bauten. Unsere Erfahrung und die viel kürzere Bauzeit bei Holzbauten werden uns dabei helfen.

Ein spezieller Dank gilt unserer Verwaltung, welche den Vorstand vom Tagesgeschäft erfolgreich entlastet. Nur so kann sich der Vorstand auf die strategischen Ziele unserer Genossenschaft konzentrieren. Meinen Vorstandskollegen danke ich für die kollegiale, kompetente und konstruktive Zusammenarbeit. Wir haben keine Zeit, um uns mit uns selber zu beschäftigen, sondern haben alle dasselbe Ziel, nämlich möglichst viel Arbeit für unsere Genossenschafter zu generieren. Ein weiteres Mal schliesst sich ein Kreislauf. In diesem Sinne freue ich mich auf die Umsetzung der kommenden Bauprojekte.

Urs Frei
Präsident der Baugenossenschaft Zurlinden

Die Gesellschaftsform der Genossenschaft bestätigt sich heute als nachhaltiges Erfolgsmodell, welches auch die weltweite Finanzkrise unbeschadet überstehen wird. Die Gemeinschaft steht im Vordergrund. Alle profitieren, ohne dass ein Einzelner abzocken kann. Wären wir börsenkotiert, müsste eine neue Kategorie über dem AAA eingeführt werden, da unser innerer Wert mindestens das 20-Fache des Genossenschaftskapitals beträgt.

Ein weiteres Erfolgsmerkmal unserer Genossenschaft ist, dass nicht die Mieter, sondern die Unternehmer das Sagen haben. Erarbeitetes Know-how wird laufend verbessert. Dadurch, dass wir bei jedem Bauprojekt versuchen, unsere Genossenschafter zu berücksichtigen, müssen wir nicht immer wieder
bei null anfangen, sondern können auf unseren Erfahrungen aufbauen und uns mit jedem weiteren Bau verbessern. Dank diesem Kreislauf sind wir auch in der Lage, Lehrlinge auszubilden und unser Fachwissen den nachfolgenden Generationen zu übertragen.

In Zusammenarbeit mit unserem Nachhaltigkeitspapst Hansruedi Preisig haben wir das Thema der Nachhaltigkeit schon vor 10 Jahren angegangen. Als Benchmark haben wir die Messlatte auf die Erreichung der Ziele der 2000-Watt-Gesellschaft gelegt. Ein sehr hoher Benchmark, welcher dazu führte, dass wir in enger Zusammenarbeit mit unseren innovativen Unternehmen neue Produkte entwickeln mussten.